Müttertage

In 29 kleinen Geschichten erzählt Bestsellerautor Kaminer von seiner 94-jährigen Mutter und wie sie die Welt sieht. „In meinem neuen Buch geht es darum, wie eine Neunzigjährige mit Nebel im Kopf tapfer weiterlebt, Weltkrisen löst und die Katze Müttertage erzieht.“ Schon vor 10 Jahren gab es mit dem Buch „Meine Mutter, ihre Katze und der Staubsauger“ (BP/mp 17/119) mit 33 Geschichten aus dem Unruhestand amüsante Einblicke in das enge Verhältnis des Autors zu seiner durch und durch russischen Mutter im Berliner Exil mit ihrem pragmatischen Blick auf die politischen Verhältnisse in Russland und der Welt. Auch in der vorliegenden Neuerscheinung, Mutter ist 10 Jahre älter mit Pflegegrad 2 und mehr Nebel im Kopf versehen, gibt es wieder viel zu erzählen mit mokantem Witz und kritischem Tiefgang aus dem Berliner Alltag der Familie. Es geht um Solidarität mit der Ukraine auf Mutters Balkon, um Kaisers Geburtstag in Bad Ischl, wirre Heizungsgesetze, die störrische Alexa und eine Zukunft mit KI. Die kurzen Begebenheiten auf wenigen Seiten mit großer Schrift eignen sich besonders gut für Vorleseaktionen in der Bibliothek oder Lesekreise. Sie sorgen für gute Unterhaltung mit politischen Einlassungen und Berliner Lokalkolorit, bei dem einem das Lachen mitunter im Halse stecken bleibt. Für jede Bücherei gut einstellbar.

Karin Steinfeld-Bartelt

Karin Steinfeld-Bartelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Müttertage

Müttertage

Wladimir Kaminer
Wunderraum (2026)

227 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 626172
ISBN 978-3-442-30222-2
9783442302222
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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