Frankie und wie er die Welt sieht
Der 10-jährige Frankie ist ein besonderer Junge. Er kann Ungerechtigkeiten nicht ertragen, sie bereiten ihm fast schon körperliche Schmerzen. Deshalb muss er immer etwas dagegen tun, denn seine Sicht auf die Welt ist einfach: Wenn niemand daran etwas
ändert, dann tut er es. Bei seinen Aktionen, die Welt wieder ins Lot zu bringen, kann er sich auf eine Art Rüstung verlassen, er kann sich durch eine bestimmte Atemtechnik unsichtbar machen. In diesem Buch hat Frankie zwei Großbaustellen. Zum einen muss er die Geschichte seiner Eltern aufarbeiten. Deshalb reist er allein zu seinem Vater, um ihn zu überzeugen, sich bei seiner Mutter zu entschuldigen. Zum anderen braucht auch sein bester Freund dringend Hilfe im Umgang mit seiner Mutter. Ganz pragmatisch ist Frankies Lösung, er zieht einfach bei seinem Freund ein, bis sich die Wogen geglättet haben. – Der Roman ist in einem ungewöhnlichen Stil geschrieben. Der Erzähler steigt immer wieder aus der Handlung aus, um die Leser:innen konkret anzusprechen. Damit kommen quasi aus dem Off Erläuterungen, die helfen, der surrealen Handlung zu folgen. Es ist ein literarisches Meisterstück, wie es dem Autor gelingt, alle Fäden sicher in der Hand zu halten. Fesselnd, mitunter sehr komisch und zu keinem Zeitpunkt langweilig, folgt man Frankie mit atemloser Neugierde und glaubt ihm alles. – Überall empfohlen!
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Frankie und wie er die Welt sieht
Zoran Drvenkar ; mit Illustrationen von Sabine Wilharm
Hanser (2024)
147 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10