Asa
Auf knapp 700 Seiten breitet der kroatisch-deutsche Autor Zoran Drvenkar die Geschichte der Familie Kolbert über mehrere Generationen durch das ganze 20. Jh. und damit auch 150 Jahre deutsche Geschichte aus. Im Mittelpunkt steht dabei Asa, ein Teil
der jüngsten Generation, die nach sechs Jahren im Gefängnis einen lange und sorgfältig ausgeklügelten Racheplan verfolgt. Beginnend mit Marten Kolbert, der bei einer Expedition einen Arm verloren hat und rigide Erziehungsmaßnahmen durchzieht, dreht sich schließlich alles um die legendäre Prüfung, der sich die Jugendlichen des Dorfes zu unterziehen haben. Bei dieser Prüfung stehen Entführung, Erniedrigung und Gewalt im Vordergrund. – Der an sich durchaus spannend geschriebene Roman verliert durch die Vielzahl der Perspektiven-, Zeit- und Ortswechsel, die die Lektüre erschweren. Wer sich Zeit nimmt und Mühe gibt, mag den Thriller jedoch genießen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Asa
Zoran Drvenkar
Suhrkamp (2025)
suhrkamp taschenbuch ; 5511
694 Seiten
fest geb.