Dr No

Bei diesem Satire-Thriller von Percival Everett heuert ein superreicher Multimilliardär ein Mathematik-Genie an, um mit dessen Hilfe etwas sehr Mächtiges zu stehlen. Mit dieser Macht möchte der technikverliebte Superschurke die Welt erpressen. Soweit Dr No so normal im Thriller-Genre, insbesondere wenn die Anlehnungen an James Bond-Filme und -Bücher schon im Buchtitel "Dr. No" offensichtlich werden. Allerdings ist der neueste Roman des Pulitzer-Preisträgers kein gewöhnlicher Thriller-Roman. Denn der Bösewicht John Sill möchte das Nichts stehlen und bittet mit Wala Kitu einen autistischen Mathematikprofessor, der in seinen Träumen mit seinem einbeinigen Hund spricht, um Hilfe. Wie die Null in der Mathematik ist das Nichts nicht nichts. – Zwar erinnern die Schauplätze wie Fort Knox oder das Weltall an diverse James Bond Streifen, die Dialoge oder die Handlungen haben jedoch nichts mit dem üblichen Geschehen zu tun. Überdies sind alle Protagonisten People of Colour und Anspielungen auf die aktuelle Macht von diversen Milliardären in den USA gibt es zur Genüge. So wird beispielsweise von dem "orangenen Arsch" (S. 247) in Anlehnung an Präsident Donald Trump gesprochen. All dies macht den Roman zu einer sehr unterhaltsamen Satire auf die aktuellen Verhältnisse in den USA. Auch wenn die vielen Anspielungen auf mathematische Probleme sowie die Schwierigkeiten im christlichen Verständnis mit den philosophischen Ansichten des Nihilismus, die Leser:innen durchaus (über-)fordern. Sich das Nichts vorzustellen, ist als Mensch und insbesondere als Christ vermutlich unmöglich. So ist der Roman sicher nichts für alle Leser:innen.

Sebastian Heuft

Sebastian Heuft

rezensiert für den Borromäusverein.

Dr No

Dr No

Percival Everett ; aus dem Englischen von Nikolaus Stingl
Hanser (2025)

319 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623189
ISBN 978-3-446-28417-3
9783446284173
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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