00-Laschet
Armin Laschet, verhinderter Bundeskanzler, aber nun Bundespräsident, freut sich auf ein Leben mit Empfängen und ohne Krisen, hätte da nicht ausgerechnet der geheimste Geheimdienst der Welt seine zentralen Räume tief unterhalb von Schloss Bellevue,
erreichbar durch unsichtbare Geheimtüren. Durch eine davon tritt ein graumelierter Herr, Armins Chef, genannt „Nummer 1“, und weist ihn in seine Aufgaben als Top-Spion ein. Man kennt nur Nummern statt Namen. Nun geht es um nicht weniger als die Rettung der Welt, und diese Mission führt nach England zu König Charles („Charlie“), nach St. Tropez zur Filmprominenz und Madonna, nach Grönland, wo es richtig gefährlich wird, und zuletzt in den Vatikan. Treue Begleiterin ist „Nummer 12“, früher in Aachen naseweise Tochter des Grillnachbarn, jetzt seine Social-Media-Beraterin, die ihn wiederholt aus peinlichen Situationen rettet. Zum anderen weicht die kleine Maus „Mausi“ nicht von seiner Seite. Mit ihr teilt er sich leckere Käseplatten. Wie es in diesem Umfeld um die Rettung der Welt steht, unterliegt hier strengster Geheimhaltung. – Warum nach den erfolgreichen Büchern um „Miss Merkel“ nun ausgerechnet Armin Laschet? Weil er als Politiker nicht polarisiert, Menschlichkeit und Gemütlichkeit ausstrahlt, das Herz am rechten Fleck und etwas Knuffiges hat, so die Antwort des Autors. Teil 2 ist in Planung, Titel „Liebesgrüße aus Aachen“. Herrliche 007-Parodie! Sofortiger Sprung auf die Bestsellerliste, wie erwartet, und unbedingt empfohlen.
Barbara Riedl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
00-Laschet
David Safier
Rowohlt Kindler (2026)
276 Seiten
kt.