Himmelskörper am Rande der Welt
1615: Im Dorf Brunasand in den Westfjorden Islands sind über 30 spanische Seeleute eines Walfangschiffs gestrandet. Doch anstatt ihnen zu helfen, werden sie auf Geheiß des Bezirksvorstehers grausam ermordet. Das alles wird aus Sicht des Priesters
Pétur berichtet, der in einem Brief festhält, was ihn und die Menschen bewegt und erschüttert hat. Was hat die Menschen zu Bestien werden lassen, warum haben sie nicht aus Sorge für die Gestrandeten gehandelt? Im Brief hadert Pétur mit Religion, Moral, Recht, Menschlichkeit und vor allem Wahrheit. Was ist richtig, was falsch? Fragen, die nicht nur in einem abgelegenen Ort vor über 400 Jahren wichtig waren. Der bekannte isländische Autor (zuletzt "Mein gelbes U-Boot", BP/mp 25/152) hat einen unbequemen, aber lesenswerten Roman verfasst. Empfehlenswert.
Michael Müller
rezensiert für den Borromäusverein.
Himmelskörper am Rande der Welt
Jón Kalman Stefánsson ; aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig
Piper (2026)
399 Seiten
fest geb.