Der Weihnachtsfrieden
Im Winter 1914 liegt der junge Soldat Friedrich im Schützengraben irgendwo in Flandern an der Westfront. Ihnen gegenüber ist eine Stellung britischer Soldaten. Im schlammigen Niemandsland dazwischen liegen die vielen Toten, die dem zermürbenden
Stellungskrieg zum Opfer gefallen sind und nicht begraben werden können. Alle hatten geglaubt, an Weihnachten längst schon wieder zu Hause zu sein. Doch nun ist das Fest da und Frieden ist nicht in Sicht. Als dann ein paar Tannenbäume an der Front ankommen, stimmt einer der Soldaten ein Weihnachtslied an und alle anderen fallen ein. Statt der erwarteten Schüsse von der anderen Seite hören sie, wie die gegnerischen Soldaten Beifall klatschen. Aus der Sicht Friedrichs erzählt Kirsten Boie von einem erstaunlichen Weihnachtsabend mitten im Krieg, an dem deutsche und englische Soldaten gemeinsam singen, essen, Haare schneiden, Fußball spielen und nach dem Begraben ihrer Toten ein gemeinsames Gebet sprechen. – Der spontane Weihnachtsfrieden hat an verschiedenen Frontabschnitten in Flandern 1914 tatsächlich stattgefunden und ist in Regimentsberichten und Feldpostbriefen dokumentiert. Kirsten Boies fast spröder und daher umso anrührenderer Text mit den stimmigen und liebevollen Illustrationen in diesem schmalen kleinen Buch erzählt auf sehr eindrucksvolle Weise von der friedensstiftenden Kraft der Weihnachtsbotschaft. Dieser kraftvolle Appell gegen die menschenverachtenden Folgen von Krieg und Gewalt ist heute so aktuell wie damals.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Weihnachtsfrieden
Kirsten Boie ; mit Illustrationen von Claire Harrup
Arche (2025)
48 Seiten : Illustrationen (farbig)
fest geb.