Heul doch nicht, du lebst ja noch

14 Jahre sind sie alt, haben den Krieg überstanden und lernen jetzt, mit den veränderten Lebensbedingungen klarzukommen. Trautes Familie muss sich die Wohnung mit Flüchtlingen teilen und findet das manchmal sehr beschwerlich. Hermann, der ehemalige Heul doch nicht, du lebst ja noch Hitlerjunge, bedauert immer noch, dass er keine Gelegenheit hatte, gegen die Tommies zu kämpfen. Sein privater Kampf spielt sich zu Hause ab, wo sein Vater die Familie tyrannisiert. Seit der doppelten Beinamputation ist der überzeugte Nazi bewegungsunfähig und auf die Hilfe der Familie angewiesen. Und es gibt Max, dessen Vater Sozialist ist, im KZ eingesperrt war und über das Kriegsende heilfroh ist. Beim Spielen im Freien treffen die drei Jugendlichen auf Jakob, dessen Mutter Jüdin ist und der sich seit ihrer Deportation versteckt hatte. Jakob kann sich nur langsam an den Gedanken gewöhnen, dass er nichts mehr zu befürchten hat, und verschweigt seinen Namen. Die vier freunden sich an, bis Hermann entdeckt, dass Jakob in seinen Augen als jüdisch gilt. Sofort folgt er der alten Indoktrination der Nazis und bricht den Kontakt zu Jakob ab. Sehr empathisch, aber doch in klaren Worten erzählt die Autorin vom Alltag im Nachkriegs-Deutschland. Der Text zieht die Hörer/-innen in seinen Bann und das versöhnliche Ende macht Hoffnung auf ein anderes, aber besseres Leben. Jodie Ahlborn liest den Text sehr einfühlsam und fesselnd. Das Hörbuch bietet auch für ältere Hörer/-innen eine sehr anrührende und spannende Unterhaltung.

Leoni Heister

Leoni Heister

rezensiert für den Borromäusverein.

Heul doch nicht, du lebst ja noch

Heul doch nicht, du lebst ja noch

Kirsten Boie ; ungekürzt gelesen von Jodie Ahlborn
Oetinger audio (2022)

1 mp3-CD (circa 265 min)
mp3-CD

MedienNr.: 608796
ISBN 978-3-8373-9158-9
9783837391589
ca. 17,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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