Silence
Leise Töne und philosophische Klänge durchströmen den Roman des Schriftstellers und Musikkritikers Albrecht Selge, der in Heidelberg Germanistik und Philosophie studierte. Es geht um erdende Alltagserlebnisse mit den Kindern und der Ehefrau, beim
Besuch des hinfälligen Vaters im Pflegeheim, auf dem Dorffest, auf Reisen, sowie auch im Theater und Konzert, die den Ich-Erzähler zu tiefgründigen Gedankenabschweifungen führen. Sinnieren über die vergehende Zeit, die kleinen und großen Abschiede mit damit einhergehenden Ängsten, über wohltuende Stille und quälenden Lärm treiben ihn um und lassen Überlegungen und Empfindungen im Zusammenspiel mit Kunst, Musik und Literatur entstehen. Auf 173 Seiten brillant geschrieben, steckt in dem schmalen Buch eine Fülle an Gedanken und Gefühlen, ein melancholisch tastendes In-sich-Hören und Wahrnehmen des Ich-Erzählers. Gern empfohlen.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Silence
Albrecht Selge
Rowohlt Berlin (2024)
172 Seiten
fest geb.