Die lange Weile
Emil hat viel Spielzeug zur Verfügung, trotzdem entwickelt sich keine Spielidee. Als unvermittelt die schlangenartige "sehr lange Weile" auftaucht, glaubt er, einen Spielpartner gefunden zu haben, und er versucht, das ätherische Wesen dazu zu animieren,
eine Geschichte zu erzählen. Das stößt auf Ablehnung und Verweigerung; Emil aber ist sehr engagiert und entwickelt immer kreativere Impulse und es entsteht eine fantasievolle Spielwelt, aus der die lange Weile schließlich flieht, denn sie lebt ihren Namen. – Die sinnreiche Geschichte setzt den Gedanken um, dass Langeweile bei Kindern durchaus notwendig ist, um Ideen und Kreativität zu entwickeln. Es ist nicht die Ablenkung durch Spielzeug, die Emil ins Spielen bringt, sondern das Aushalten der Leere. Die illustratorische Umsetzung trägt ihren Teil bei: sind die zarten, pastelligen Bildräume zunächst sehr reduziert bzw. füllt die "lange Weile"-Schlange zunächst sehr ausholend den leeren Raum, so verdichten sich die Bilder mit jeder Idee, bis schließlich ein großräumiges und farbenfrohes Abenteuerland entstanden ist. – Breit empfohlen für Kinder ab 4-5 Jahren.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Die lange Weile
Bettina Obrecht ; Bilder: Julie Völk
Tulipan Verlag (2024)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4