Komm mit mir

Man ahnt schon, was Pfarrer Cap finden wird, als er verkatert am Karfreitag-Morgen die vielen Krähen wegscheuchen will, die hinterm Haus wie wild an einer Stelle picken. Bis zum Ende erfährt man nichts über die Leiche, die dort lag, was die Spannung Komm mit mir ziemlich gut hoch hält. Nach dem Fund springt die Erzählung 14 Tage zurück. Cap hilft Tess, einer tauben Frau, die einen Unfall hatte. Man lernt außer einigen Einwohnern des Ortes Walnut Creek u.a. die Schwestern Maggie und Robin kennen, die im Kirchenbüro helfen und deren Schicksale eng mit dem von Tess und Cap verknüpft werden. Tess kann Lippen lesen und man erzählt ihr, der guten „Zuhörerin“, mehr, als man eigentlich erzählen möchte. Sie hat ihre eigenen Dämonen zu bekämpfen, wie alle in dieser einsamen Gegend in Pennsylvania. Der Sog dieses Romans und seiner Worte zieht die Leser:innen hinein in dieses einfache und doch komplizierte Leben. Spannend und Hoffnung spendend. Weniger brutal als der Vorgänger "Tiefer Winter" (BP/mp 25/975). Empfohlen für alle Bestände.

Ruthild Kropp

Ruthild Kropp

rezensiert für den Borromäusverein.

Komm mit mir

Komm mit mir

Samuel W. Gailey ; aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf
Polar Verlag (2026)

283 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625598
ISBN 978-3-910918-46-7
9783910918467
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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