Das Leben ist nichts für Anfänger
Durch aktuelle Zeitungsmeldungen und den Bericht seines Sohnes hat sich der Autor des Themas Messergewalt unter Kinder und Jugendlichen angenommen. Für seinen Text über ein Brüderpaar in München, die in eine nächtliche Messerstecherei involviert
sind, hat er gründlich recherchiert (s. Nachwort). Der 18-jährige „Flipper“, der gemeinsam mit seinem 15-jährigen Halbbruder „Tree“ bei seiner alleinerziehenden Mutter in der Münchener Nordstadt aufwächst, erzählt die Begebenheit, wie sein kleiner Bruder als Mitglied einer „Gang“ bei einem Streit mit anderen Jugendlichen zum schwerverletzten Opfer einer Messerattacke wird. Wie entstand der Streit, wer hat zuerst ein Messer gezogen und zugestochen? All das fragt sich der große Bruder, während der Rettungswagen den kleinen Bruder ins Krankenhaus bringt, auf seinem nächtlichen Rachefeldzug, um die Täter aufzuspüren. Doch seine Rachegelüste verfliegen mehr und mehr, denn auch „Tree“ scheint nicht ganz unschuldig zu sein. Hilfsbereite Polizeibeamte helfen, die Situation zu klären. – Die Intention des Autors, Jugendliche davor zu bewahren, aus einem Zufall heraus eine Dummheit zu begehen, die dann in einer Tragödie endet, ist gut umgesetzt in diesem Büchlein um ein Brüderpaar auf dem Weg zum Erwachsenwerden, die es bislang im Leben auch nicht immer leicht hatten. Als Schullektüre und Gesprächseinstieg sehr gut möglich zum Thema Messerkriminalität und Gewaltprävention. Wobei die Titelwahl nicht überzeugend ist – umso mehr die unbedingte Brudersolidarität.
Karin Steinfeld-Bartelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Leben ist nichts für Anfänger
Stephan Knösel
Beltz & Gelberg (2025)
143 Seiten
kt.