Verdammte Weiber
Eigentlich ist Irmi Mangold pensioniert und könnte ihr Leben genießen. Doch dann stirbt die ehemalige Journalistin Cordula Kühnlein, die Irmi kurz vorher kennengelernt und mit der sie sich angefreundet hatte, als sie auf einem zugefrorenen See einbricht.
War es ein Unfall oder doch Mord? Denn ein mysteriöser Mann und eine geheimnisvolle weiße Frau sind kurz vorher am Tatort gesehen worden. Obwohl sie damit ihren ehemaligen Kollegen in die Quere kommt, macht sich Irmi selbst an die Recherche: Cordula hatte intensiv über das Leben der heute fast vergessenen Schriftstellerin Ilse Schneider-Lengyel recherchiert. Hat ihre Arbeit, in der es auch um einen verschwundenen Picasso geht, mit dem Tod zu tun? Oder ihre Halbschwester, mit der Cordula in einem Erbstreit lag? Und da gibt es auch noch einen jungen Klimaaktivisten, mit dem Cordula heftig aneinandergeraten ist. Je mehr sich Irmi mit der Sache beschäftigt, umso mehr fasziniert sie auch das Leben Ilse Schneider-Lengyels. Und ihre privaten Ermittlungen führen sie bis in die Schweiz. – Nicola Förg kann man getrost als Grande Dame des Regionalkrimis bezeichnen, denn sie gehört seit Jahren zur ersten Garde deutscher Thriller-Autoren. Auch ihr neuer Roman zeigt ihre Stärken: Eine gut angelegte Story, daneben auch viel Human Touch, denn das Privat- und Seelenleben der Protagonisten nehmen im Roman viel Raum ein. Und auch das andere Steckenpferd der Autorin, Natur und Tierschutz. Auch wenn das Ende ein wenig konstruiert wirkt, ist der neueste Krimi um Irmi Mangold wieder ein gefundenes Lesefressen für alle Förg-Fans.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Verdammte Weiber
Nicola Förg
Piper (2025)
Alpen-Krimis ; Band 16
335 Seiten
kt.