Zeit der Hoffnung
Noch sind die Spuren der Zerstörung in Wien allgegenwärtig, als Stella aus dem Exil in London in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Schnell beginnt die Beseitigung dieser Spuren und der Wiederaufbau. Schwieriger ist es, die Spuren der Nazi-Diktatur in
den Köpfen zu beseitigen, das erfährt die Jüdin Stella. Sie möchte beim Neuanfang helfen und durch ihre Arbeit als Lehrerin demokratisches Gedankengut vermitteln. Schnell stößt sie auf Widerstand im Kollegium und bei den Eltern, die oft noch den Erziehungsidealen der Nationalsozialisten anhängen. Außerdem trifft sie immer wieder auf Menschen, deren Seelen die Traumata zerbrochen haben. Sie als Jüdin und Verfechterin moderner Erziehungsmethoden ist besonderen Anfeindungen ausgesetzt. Glücklicherweise gibt es genügend Menschen, die sie und ihre Ideen unterstützen und sie findet eine neue Liebe. – Hochkomplexe Zusammenhänge sind hier einfach, manchmal schlicht und dadurch leicht nachvollziehbar, dargestellt. Hohe literarische Anforderungen stellt der Roman nicht, enthält aber wichtige Botschaften zur Bedeutung von vorurteilsfreier Nächstenliebe, Toleranz und den Gefahren der Gehirnwäsche durch extremistisches Gedankengut.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Zeit der Hoffnung
Beate Maly
Ullstein (2025)
Die Trümmerschule ; [1]
394 Seiten
kt.