Die kleine gute Fee und der Tod

Kaum ist der kleine Lukas geboren, erscheinen eine Fee und der Tod an seiner Wiege. Der Tod möchte Lukas gleich mitnehmen, doch die Fee schlägt ihm einen Wettbewerb auf dem Spielplatz vor. Zwölfmal spielen sie um das Leben des Jungen und das Ergebnis Die kleine gute Fee und der Tod fällt knapp aus. – Was man am Autor und Zeichner dieses Kinderbuchs schätzt und wofür er schon oftmals ausgezeichnet wurde, kommt auch hier wieder zum Tragen. Präsentiert wird eine Geschichte um Leben und Tod, voller schwarzem Humor und feinsinniger Skurrilität. Wer könnte sich dem Charme der kleinen dicken Fee entziehen? Statt mit grazilen Engelsflügeln ist sie mit Dutt, Pumphose und Rucksack ausgestattet. Und auch der Tod, üblicherweise als dürres Gerippe dargestellt, überrascht hier mit Körperfülle unter dem kahlen Schädel. Der Kampf der Kontrahenten wird auf einer Arena ausgetragen, die an eine Geisterbahn erinnert – auch dies eine Volte, die den Erwartungen zuwiderläuft. Der Hyperrealismus der Zeichnungen versetzt die Szenen in einen Zwischenraum: hier herrscht eine pralle Fantastik, eine fast greifbare Überwirklichkeit, die dem Todesthema etwas Märchenhaftes mitgibt und die gleichzeitig der realen Gefahr einen verschrobenen Witz entgegensetzt. Auch der dialogreiche Text hält die Waage zwischen Triumph und Ernüchterung. Ob Kinder diese Spannung von Gut und Böse tolerieren werden? Der Illustrator wagt sich mit seinem weichgezeichneten Galgenhumor an die Grenze des Horrors. Die Figur der rettenden Fee wird für alle Schrecken entschädigen.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Die kleine gute Fee und der Tod

Die kleine gute Fee und der Tod

Nikolaus Heidelbach
DuMont (2025)

34 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 622991
ISBN 978-3-7558-2022-2
9783755820222
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 6
Systematik: KK
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