Der Junge in den falschen Schuhen
"Ramschladen" verhöhnt ihn eine Clique Jungs seiner Schule; denn Will lebt mit seinem arbeitslosen Vater in prekären Verhältnissen: weder seine Kleidung noch seine Wohnung entsprechen den angesagten Standards. Sein bester Freund Cameron lebt in
weit besseren Verhältnissen. Als der von seinen Eltern sehr teure, angesagte Sneaker bekommt, ist das für Will kein Grund zum Neid. Aber als er ihm seine alten Schuhe schenken will, verletzt er Wills Gefühle so sehr, dass die Freundschaft zerbricht. Für Will bleibt nur noch seine Malerei, für die er sich besonders talentiert zeigt. Eine mächtige Eule wird zum Symbol für seine innere Kraft, als er sie scheinbar zufällig im Kunstunterricht zeichnet. Gleichzeitig sucht der Anführer der Clique, die ihn verhöhnte, seine Freundschaft. Das allerdings, weil sie ihn bei illegalen Aktivitäten dabeihaben wollen. Ab da beginnt sich Wills Leben zu ändern und ihn immer wieder vor Entscheidungen zu stellen, welche Freunde echte Freunde sind und bei welchen Zielen es sich lohnt, sie zu verfolgen. Natürlich entscheidet er sich für den richtigen Weg und seine Probleme lösen sich, auch dank empathischer und hilfreicher Mitmenschen. Kinderarmut ist das vom Autor als sein Anliegen genannte Thema, ein wichtiges Thema, mit dem er sensibel umgeht. Leider ist die rundum gelungene Lösung von Wills Problemen kaum realistisch, aber zumindest ein Ziel, das sich lohnt anzugehen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Junge in den falschen Schuhen
Tom Percival ; aus dem Englischen von Martina Tichy
Rotfuchs (2025)
331 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10