Am Ende einer Reise

Jonas wird sterben. Betrunken stürzt er eine Treppe hinunter und zieht sich einen komplizierten Beinbruch zu – im Jahr 1845 kommt dies einem Todesurteil gleich. Die verbleibende Zeit im Krankenhaus nutzt er dazu, gemeinsam mit Freunden und Bekannten Am Ende einer Reise auf sein bewegtes Leben zurückzublicken. Dabei rangieren die Themen von der Unabhängigkeitsbewegung Islands bis zu Halluzinationen des Hirtenjungen Keli, die den Dichter vermehrt heimsuchen. Dieser wurde in Jonas Jugendzeit auf einem der Nachbarhöfe vermisst und sein Verschwinden wurde nie aufgeklärt. Geschickt vermischt der Autor hier Spannungselemente mit biographischen Aspekten. Die Handlung springt dabei scheinbar willkürlich zwischen den Zeitebenen und Perspektiven hin und her und passt somit gut zu Jonas angeschlagenem Geisteszustand. Insgesamt ist das Erzähltempo eher ruhig. Das Buch punktet vor allem durch die Beschreibung des Lebens im ländlichen Island im neunzehnten Jahrhundert und ist somit für alle Fans von historischen Romanen zu empfehlen. Krimilesende werden hier eher enttäuscht werden.

Agnes Schmidtner

Agnes Schmidtner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Am Ende einer Reise

Am Ende einer Reise

Arnaldur Indriðason ; Übersetzung us dem Isländischen von Freyja Melsted
Lübbe (2025)

316 Seiten : Karte
fest geb.

MedienNr.: 755486
ISBN 978-3-7577-0159-8
9783757701598
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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