Die Holländerinnen
Eine Autorin berichtet ihrem Publikum: ein bekannter Theatermacher hat sie und andere Theaterschaffende einladen, im südamerikanischen Urwald ein gemeinsames Projekt zu realisieren. Aufhänger ist das Verschwinden der „Holländerinnen“, die irgendwann
vermisst und später tot gefunden werden. Warum mussten sie sterben? – Dorothee Elmiger erzählt allerdings keinen Kriminalfall, wir erfahren kaum etwas über die jungen Frauen und ihr Schicksal. Vielmehr treffen in der Theatergruppe ganz unterschiedliche Menschen und Biografien aufeinander. Viele haben etwas zu berichten oder zu erzählen, oft seltsame Begebenheiten oder bemerkenswerte Episoden. Das alles fügt sich eigentlich nicht zusammen, ist vage und es bleiben viele Fragen und Unklarheiten. Gerade dieses Ungewisse ist eher verstörend und beunruhigend, denn auch die Grenzen zwischen Realität und Fiktion/Traum verschwimmen. „Die Holländerinnen“ sind 2025 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden, der Roman wurde ein großer Erfolg. Das ist keine leichte Kost, denn neben den „Handlungshäppchen“ fordern auch die Sprache und die Verweise auf Literatur, Philosophie und Filmgeschichte heraus. Schauspielerin Heike Warmuth sorgt für eine gelungene ungekürzte Lesung. Kann ergänzend zum Buch angeboten werden.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Holländerinnen
Dorothee Elmiger ; gelesen von Heike Warmuth
argon edition (2025)
1 mp3-CD (circa 300 min)
mp3-CD