Eden
Tobias freundet sich mit Sofie an. Ihre liebevolle Familie mit der lebensfrohen Tochter ist so ganz anders als seine, mit der depressiven Mutter und dem Vater, der ins Querdenkermilieu abgedriftet ist. Sofies Eltern würden alles für ihre Tochter
tun. Und so überrascht ihr Vater Markus sie mit Tickets zu einem angesagten Konzert. Es geschieht das Unfassbare: Ein Selbstmordattentäter verübt am Ende des Konzerts einen Anschlag und Markus kann seine geliebte Tochter nur noch tot bergen. Im Folgenden berichten die Protagonisten jeweils aus ihrer Sichtweise, wie sie mit Sofies Tod umgehen. Ihre Mutter Kerstin versucht, es zu akzeptieren, bricht jedoch irgendwann zusammen und findet schließlich in einer Therapie Hilfe. Tobias fehlt die Freundin, er hält Kontakt zur Familie und pflegt ihr Grab. Im Mittelpunkt steht der Vater Markus. Er versucht zu verstehen, warum der Attentäter sich radikalisiert und so gehandelt hat, dazu sucht er Kontakt mit der Familie des Täters, er mietet dessen Wohnung an und richtet sie quasi für Sofie her, er verliert sich mehr und mehr in seiner Trauer. Kerstins und Markus Ehe steht ohne die Tochter auf der Kippe. Es gibt kein Happy End, die Trauer geht einfach weiter. – Ein sehr eindrücklicher Roman über das Unfassbare und die Trauer. Überall empfehlenswert.
Dorothee Rensen
rezensiert für den Borromäusverein.
Eden
Jan Costin Wagner
Galiani Berlin (2025)
313 Seiten
fest geb.