Das Mosaik der Frauen
Der Schriftsteller Said Mardini und der Arzt Klaus Rosenbaum sind seit ihrer Studienzeit in Heidelberg Anfang der 1970er-Jahre sehr gute Freunde. Schon während dieser Zeit lernte Klaus Rosenbaum die Sprachkenntnisse seines Freundes Said schätzen,
als dieser für ihn im Krankenhaus als Dolmetscher arabischsprachige Patienten betreute. Dieser Nebenverdienst erlaubt es dem aus Syrien stammenden Said, seine Bücher ausschließlich im arabischsprachigen Raum zu veröffentlichen. Nun liegt in der Klinik von Professor Rosenbaum der betagte, schwerkranke Patient Naim Suri. Rosenbaum bittet Said, sich um seinen Patienten zu kümmern, der seine Lebensgeschichte veröffentlichen möchte, um damit den Frauen ein Denkmal setzen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle spielten. Said übernimmt den Auftrag und so erzählt ihm Naim zuerst die Geschichte seiner Mutter Elisabeth, die 1933 aus Deutschland vertrieben wurde. Sie lebte mit ihrem aramäischen Mann und ihrem Sohn in Damaskus. Von ihm lernte Naim, weltoffen zu sein und über den Tellerrand hinauszuschauen. Ihr ganzes Leben hatten er und seine Mutter ein sehr vertrauensvolles und enges Verhältnis. Im Laufe der Geschichte erfährt Said, dass es immer Frauen waren, die Naim Suri den Rücken stärkten, ihn schützten, ihm Mut machten. Detailreich und ausführlich schildert der alte Mann seine Geschichte und zeichnet so „Das Mosaik der Frauen“, das sein eigenes Leben bunt und lebenswert machte. Wolfgang Berger führt mit seiner ruhigen Stimme durch die vielen Ebenen der poetischen Geschichte, die wie ein Fluss mäandert und deren viele Seitenarme sich langsam zu einem zentralen Strom zusammenfügen. Natürlich ist das Stück auch ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung der Länder des Nahost-Gebietes. Für alle Büchereien geeignet.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Mosaik der Frauen
Rafik Schami ; gelesen von Wolfgang Berger
steinbach sprechende bücher (2026)
1 mp3-CD (circa 505 min)
CD