Zorn der Verlierer
Ein Dozent der Athener Wirtschaftsuniversität wurde in seinem Büro ermordet und kurz darauf auch noch ein hoher Ministerialbeamter, der mit einer Bildungsreform befasst war. Verlautbarungen der Täter weisen darauf hin, dass die Taten sich auf die
Rivalität zwischen den neuerdings modernen Studiengängen der Wirtschaftswissenschaften und den traditionellen Geisteswissenschaften beziehen. Kosta Charitos hat sich an seine neue Rolle als Leitender Kriminaldirektor für die Region Attika gewöhnt. Die Zusammenarbeit mit der neuen Chefin der Mordkommission Antigoni Ferleki und dem gesamten Team läuft reibungslos. Wenn nicht nur immer wieder der Minister zum lästigen Rapport rufen würde! – Wie immer bei Markaris lernt man neben der eigentlichen Krimihandlung einiges über den Zustand der griechischen Gesellschaft. Es wird der Verfall der klassischen Bildungsideale beklagt zugunsten von kurzfristigem Profitstreben. Gute Unterhaltung mit alten Bekannten. Gerne empfohlen!
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Zorn der Verlierer
Petros Markaris ; aus dem Neugriechischen von Michaela Prinzinger
Diogenes (2026)
288 Seiten
fest geb.