Wenn die Tage länger werden
Lisa ist Lehrerin und alleinerziehende Mutter des sechsjährigen Paul, den sie abgöttisch liebt. Dieses Jahr will der Vater des Jungen die ersten drei Wochen der Sommerferien mit seinem Sohn verbringen. Die Lesenden lernen Lisa als eine Frau kennen,
die voller Selbstzweifel ist, die mit ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter und dem Verlust des Partners hadert, die eine schwierige Beziehung zu ihrer Mutter hat und außerdem mit ihrem Beruf als Lehrerin unzufrieden ist. Mit den drei freien Wochen weiß sie zunächst nichts anzufangen. Doch als sie beginnt, sich mit ihrer alten, verhassten Geige zu beschäftigen und darüber den Geigenrestaurator Hans und seine Tochter, die Obstbäuerin Ute, kennenlernt, ändert sich das langsam. Nach und nach kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur, das eng mit ihrer Geige verknüpft ist und über das ihre Mutter nie sprechen wollte. Obwohl der Roman sehr viele Themen streift und bei der Hauptprotagonistin viele Fragen aufgeworfen werden, liest er sich doch angenehm und ist mit seinem optimistischen Ende eine passende Lektüre für lange Winterabende.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Wenn die Tage länger werden
Anne Stern
aufbau (2025)
383 Seiten
fest geb.