Der Sommer am Ende der Welt
Hanna, eine renommierte Journalistin aus Frankfurt, sammelt Informationen über Verschickungskinder, die in den 1960er und 1970er-Jahren in einem Kinderkurheim auf Borkum untergebracht waren. Es ist auch eine persönliche Recherche, da ihre Mutter
ebenfalls zu diesen Kindern gehörte, sich aber kaum daran erinnern kann. Dafür hat sich die fast 70-jährige Sabine gemeldet und sich zu Interviews bereit erklärt. Um vor Ort Eindrücke zu sammeln, reist Hanna mit ihrer jugendlichen Tochter Katie nach Borkum. Dort wohnen die beiden in einem Hotel, in dessen Mauern früher das Kinderkurheim untergebracht war. Kaum dort angekommen, lernt Hanna den Inselarzt Ole kennen, zu dem sie sich während ihres Aufenthalts immer mehr hingezogen fühlt. Doch auch in seiner Familie gibt es dunkle Geheimnisse, die untrennbar mit dem Kinderheim verbunden sind. Immer tiefer dringt Hanna in die Geschichte ein und gerät selbst in Gefahr, nachdem sie zusammen mit Katie und deren Freund Bengt einem Verbrechen auf die Spur kommt. – Eva Völler gelingt es wieder einmal, ein ernsthaftes Thema aus der Vergangenheit mit der Leichtigkeit einer Liebesgeschichte zu verbinden. Ein durchweg spannender Roman über die traumatisierenden Erfahrungen kleiner Kinder in den Kinderkurheimen, dem deshalb eine Triggerwarnung vorausgeht. Ansonsten absolute Leseempfehlung.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Sommer am Ende der Welt
Eva Völler
Droemer (2025)
395 Seiten
kt.