Rath
Eigentlich darf man gar nicht so viel über den Inhalt des 10., gemäß den Aussagen des Autors letzten Bandes der Buchreihe verraten, denn das würde vielen Fans das Lesevergnügen verderben! Deshalb nur so viel: 1938, Gereon Rath lebt inkognito wieder
in Deutschland. Sein Bruder Severin ist als amerikanischer Staatsbürger und Auslandskorrespondent ebenfalls zurück in der alten Heimat, denn der Vater der beiden Brüder, Engelbert Rath, liegt in Köln im Sterben. Der frühere Pflegesohn des Ehepaars Rath, Fritze Thormann, gerät unter Mordverdacht. Gereons Ehefrau Charly arbeitet mit Protektion Görings gezwungenermaßen wieder bei der Weiblichen Kriminalpolizei. Die Lage in Deutschland ist düster, ein Krieg scheint jederzeit möglich. Die nationalsozialistische Propaganda umfasst inzwischen alle Lebensbereiche. Gestapo und SS haben ihr Netz ausgebreitet, das auch die Kriminalpolizei durchdringt. Die langjährigen Freunde und Kollegen der Familie Rath, Reinhold Gräf und Andreas Lange kommen in schwere Loyalitätskonflikte. Die eindringlich geschilderten Gewalttaten der Reichspogromnacht am 9. November machen endgültig klar, wohin die Reise geht! – Die zeitgeschichtlichen Recherchen des Autors sind wieder gründlich, bis in die Nebenfiguren hinein und machen einen gehörigen Teil der Faszination aus, die von allen Büchern der Reihe um Gereon Rath ausgeht. – Ein krönender Abschluss der Reihe und auch ein trauriger, weil das Ende offenbleibt und im Nebel verschwindet.
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Rath
Volker Kutscher
Piper (2024)
622 Seiten : Karten
fest geb.