Mr. Fox
Francis Fox, ein beliebter Englischlehrer an einer angesehenen Privatschule in New Jersey, wird tot aufgefunden. Vermutlich ist er mit seinem Wagen von der Straße abgekommen und eine Böschung heruntergestürzt. Um seinen Tod aufzuklären, ermittelt
Detective Zwender in seiner Vergangenheit und seinem Umfeld, der Schule. Ist der gutaussehende, charmante Mr Fox, der bei Schülern, Eltern und Kollegen äußerst beliebt ist, wirklich so vertrauenswürdig, oder warum versucht er, besonders das Vertrauen seiner weiblichen Schülerinnen zu gewinnen? Was geschieht hinter seiner verschlossenen Bürotür? – Joyce Carol Oates beschreibt in einem verstörenden wie faszinierenden Roman in ihrer anspruchsvollen Sprache nicht nur eine Kriminalgeschichte, sondern verbindet Psychologie mit Gesellschaftskritik. Sie lässt aus unterschiedlichen Perspektiven Lehrer, Eltern und Schülerinnen zu Wort kommen, um Machtmissbrauch, sexuelle Gewalt und institutionelles Versagen anzuklagen. Es handelt sich nicht um einen Kriminalroman in eigentlichen Sinn, sondern um einen Gesellschaftsroman über die dunkelsten Abgründe der Menschen. Ein schockierendes, provokantes Buch, das gleichzeitig faszinierend, aber auch abstoßend auf die Leser:innen wirken kann.
Elisabeth Kemper
rezensiert für den Borromäusverein.
Mr. Fox
Joyce Carol Oates ; aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz
Blessing (2026)
780 Seiten
fest geb.