Die Linkshänderinnen
Drei Linkshänderinnen eröffnen eine Bar – dies könnte der Start eines geschmacklosen Witzes sein, tatsächlich eröffnet diese Prämisse aber ein kurzweiliges Buch voller unerwarteter Wendungen. Der Autor zelebriert das Absurde und Groteske und
erschafft so ein Spektakel, das weitaus größere Ausmaße annimmt, als das kleine Büchlein äußerlich vermuten lässt. Dabei umspannt die Handlung eine Vielzahl an Protagonisten und springt dabei munter zwischen verschiedenen Zeiten und Erzählperspektiven hin und her. Dennoch bewahrt sich der Autor eine stringente Erzählerstimme, die durch die Handlung führt. Dies führt zu einer ausgewogenen Balance von Humor und tiefgründigeren Passagen. Die Wendungen sind dabei an mancher Stelle vorhersehbar, an anderer so abstrus, dass man den Ideenreichtum des Autors bewundern muss. Insgesamt lässt sich das Buch somit für Lesende empfehlen, die in dieses Genre hineinschnuppern wollen und für solche, die es bereits zu schätzen wissen.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Linkshänderinnen
Heinrich Steinfest
Piper (2026)
140 Seiten
fest geb.