Das schwarze Manuskript
Ashok Oswald, reich, von seiner Frau verlassen, einsam, Besitzer einer wertvollen Kunstsammlung, zieht jeden Tag seine Bahnen im Pool. Eines Tages erscheinen drei Personen und fordern ultimativ die Herausgabe eines Manuskripts, das Ashok vor vielen
Jahren zur Aufbewahrung bekommen und nie gelesen hat. Heinrich Steinfest erzählt in wunderbar melodischer Sprache nicht nur die Geschichte des Manuskripts, sondern auch die von Ashok, seinen Eltern (er Wiener, sie Inderin, beide begnadete Schachspieler), seiner Zeit in Wien, wo er die Schauspielerin Andrea Rothhaupt und ihren Bekannten Peter Bischof kennenlernt. Bischof ist Verfasser des mysteriösen Manuskripts, das von fiktiven Ereignissen handelt, die sich später tatsächlich ereignen und es gefährlich machen. – Steinfest beschreibt mit viel schwarzem Humor Ashok Oswalds Rücktritt von all seinen Posten und die Suche nach dem Autor des Manuskripts, der angeblich inzwischen verstorben, doch wie ihm Andrea Rothhaupt enthüllt, unter neuer Identität in Irland lebt. Unterwegs zu ihm gerät er in ein Muschelforschungsprojekt, das einen Umweltskandal aufdeckt, für den wiederum Oswalds frühere Firma verantwortlich ist. Manches ein wenig wirr, vielfach mäandernde Handlung, Mischung aus Fiktion und Realität, doch durchaus ein Lesevergnügen. – Allen Büchereien zur leichten Unterhaltung sehr empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das schwarze Manuskript
Heinrich Steinfest
Piper (2025)
239 Seiten
fest geb.