Liebe
Mit Anfang sechzig ist die Liebe für Max kein Thema mehr. Zweimal war er jahrelang mit Frauen zusammen, wurde Vater und stand am Ende wieder allein da. Mit seinen Ex-Partnerinnen versteht er sich gut, für seine beiden Kinder möchte er ein guter
Vater sein. Er geht in seinem Beruf auf, als Ocularist stellt er Glasaugen her, die echten Augen täuschend ähnlich sehen. Dann begegnet er eines Tages Anna und ist verwirrt von seinen (und ihren!) Gefühlen. So viel scheint die beiden zu verbinden, sie verstehen sich auch ohne große Worte und ein einziger Blick nimmt ihm den Atem. Doch Anna ist verheiratet, lebt in der Ferne und fürchtet die Folgen eines Neuanfangs mit Max. Sollen beide – trotz oder gerade wegen ihres Alters – den Sprung ins kalte Wasser wagen? – Thomas Hettche erzählt eher ruhig über eine späte (vielleicht die letzte?) Liebe zwischen zwei Menschen, die füreinander geschaffen zu sein scheinen. Ihnen begegnen Ängste, Vorurteile und auch körperlicher Verfall, sie erleben allerdings auch große Anziehung. Matthias Brandt und Martina Gedeck sorgen mit ihrer ungekürzten Lesung für gute drei Stunden Unterhaltung mit Anspruch. Das Buch hat eine große Präsenz in den Medien erhalten.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Liebe
Thomas Hettche ; gelesen von Matthias Brandt und [einer weiteren]
argon edition (2026)
1 mp3-CD (circa 186 min)
mp3-CD