Mary Shelley

Aus Anlass ihres 225. Geburtstages am 30. August 2022

Am 30.08.1797 wurde Mary Godwin als Tochter der Tochter der Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Mary Wollstonecraft und des Sozialphilosophen William Godwin in London geboren. Die Mutter stirbt im Kindbett. Die junge Mary wächst zur Büchernärrin heran, der Vater bietet ihr zudem eine Bildung, die für die damalige Zeit für Frauen nicht selbstverständlich war. Als sie 16-jährig den verheirateten Dichter Percy Bysshe Shelley trifft, gehen die beiden eine Liebesbeziehung ein, die alle gesellschaftlichen Konventionen sprengt.

Als Mary Shelley wird sie schließlich weltberühmt, daran „Schuld“ ist ein verregneter Sommer am Genfer See. 1816 hatten sich hier Mary Shelley mit ihrem Ehemann Percy, Marys Stiefschwester Claire Clairmont, der skandalerprobte Lord Byron und dessen Leibarzt John Polidori eingefunden. Die Zeit vertrieben sie sich u.a. mit dem Verfassen von Schauergeschichten. So legendär wie diese Entstehungsgeschichte ist das Werk, das aus ihr hervorging, die Erzählung „Frankenstein“, die Geschichte des Gelehrten Viktor Frankenstein, der an der Universität Ingolstadt einen künstlichen Menschen erschafft.

Ist Shelleys Erzählung zweifelsfrei aus der Tradition, der im 18. Jahrhundert sehr beliebten Gattung des Schauerromans entstanden, hat die damals 19-jährige mit ihrem Text den Grundstein für den fortschrittskritischen Zweig der Science-Fiction gelegt.

Ende August jährt sich der Geburtstag der Schriftstellerin zum 225. Mal. Grund genug einen Blick auf diese bemerkenswerte Schriftstellerin zu werfen, die schon lange aus dem Schatten ihres berühmten Ehemanns herausgetreten ist.

Gleichzeitig bietet es sich förmlich an, auf aktuelle Bücher zu schauen, die sich mit künstlicher Intelligenz, mit der Erschaffung menschenähnlicher Roboter beschäftigen. „Nun war ich selbst dazu in der Lage, lebloser Materie Leben zu schenken!“, sagt Viktor Frankenstein zu seiner Schöpfung, über die er schnell die Kontrolle verliert. Die heutigen Möglichkeiten sind bahnbrechend, doch die damit einhergehenden ethischen Fragen bleiben dieselben.

Porträt von Mary Shelley, 1840. Gemalt von Richard Rothwell.
Porträt von Mary Shelley, 1840. Gemalt von Richard Rothwell.

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