Mitternacht in Tschernobyl

Aus Gesprächen mit Augenzeugen und Überlebenden und aus unveröffentlichten Dokumenten formt der Autor einen mitreißenden Bericht über den Supergau von Block Vier im April 1986 in Tschernobyl. Detailliert zeichnet er die Entstehung Mitternacht in Tschernobyl des Atomkraftwerkes und der in unmittelbarer Nähe gelegenen neuen Stadt Prybjat, schildert minutiös den Ablauf der Explosion und die Ereignisse an den darauffolgenden Tagen und informiert über die Suche nach der geschmolzenen Masse und den Bau eines Sarkophags, um das Entweichen von weiterer Strahlung aus dem Reaktorblock zu verhindern. Dabei entsteht ein erschreckendes Bild von den hierarchischen und sozialen Strukturen in der Sowjetunion und von der Befehlsgewalt, in der Gehorsam gegenüber der Partei mehr galt als Wissen und Können, von der Verantwortungslosigkeit, die Ersthelfer und Liquidatoren schutzlos der Strahlung aussetzte und von Geheimhaltung und Fehlinformation, die die Welt im Unklaren ließ und Krankenakten fälschte oder als geheim einstufte. Die bewegende Erzählung macht nicht nur die Gefahren einer atomaren Industriestruktur erkennbar, sondern ist auch eine Mahnung, dieses Ereignis nicht zu vergessen. - Eine spannende und beeindruckende Reportage mit Zeichnung des Reaktorblocks, umfangreichen Anmerkungen und einer Übersicht über die beteiligten Personen. Allen Büchereien sehr zu empfehlen.

Helmut Eggl

Helmut Eggl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Mitternacht in Tschernobyl

Mitternacht in Tschernobyl

Adam Higginbotham ; aus dem Englischen von Irmengard Gabler
Fischer (2019)

614 Seiten, [16] Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 598237
ISBN 978-3-10-002538-8
9783100025388
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge, Te
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