Sechzehn Frauen

So wie jedes Viertel in Rio hat auch jede der 16 Frauen aus dem jeweiligen Viertel ihr Geheimnis, von dem in Rafael Cardosos Roman erzählt wird. Von der 16-jährigen Helena, die ihren Surfer-Freund mit einem Mal kindisch findet, und Sechzehn Frauen der jungen Jamilly, die sich für ein besseres Leben verkauft und dabei von einem anständigen Familienleben in guten Kreisen träumt, bis hin zur lesbischen Mariellen, die überlegt, warum ihre Mutter sie nicht einfach so lieben kann, wie sie ist. Dabei spielt meist ein Held, der häufig den Namen Rafael trägt, eine nicht unbedeutende Rolle; in den Fantasien der Frauen erscheint dieser vor dem grauen Alltag als Retter in der Not und als Zuflucht aus der Langweile. Die Frauen erzählen vom bunten Rio, in das sich dennoch Melancholie und Einsamkeit mischen und in dem sie versuchen, ihre Sehnsüchte zu erfüllen. Dies kann die Sehnsucht nach einem besseren Leben sein oder die nach einer feurigen Affäre mit dem Kollegen, gedämpft von Gewissensbissen. - Ironisch und zugleich ohne allzu große Überraschungseffekte erzählt Rafael Cardoso vom Leben in Rio aus der Sicht der unterschiedlichsten Frauen der Stadt. Man könnte meinen, die Erzählungen lehnten an die Telenovelas an, mit deren Schauspielerinnen sich die Protagonistinnen teilweise identifizieren. Zu empfehlen ab 14 Jahren. (Übers.: Peter Kultzen)

Clara Braun

Clara Braun

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Sechzehn Frauen

Sechzehn Frauen

Rafael Cardoso
S. Fischer (2013)

317 S.
fest geb.

MedienNr.: 575112
ISBN 978-3-10-010850-0
9783100108500
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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