Heimkehr

Heinrich Übel junior wird von der Sekretärin seines Vaters nach fast 20-jähriger Abwesenheit zurück in die väterliche Gummifabrik gerufen, weil der Seniorchef schwer gestürzt ist. Auf der Heimfahrt verunglückt der Sohn auf einer Heimkehr eisglatten Brücke über einen Schweizer See und verliert das Bewusstsein. Er wacht zu seiner größten Überraschung in einem Hotel auf Sizilien wieder auf, ohne dass er weiß, was nach dem Unfall passiert ist und wie er dahin gekommen ist. Dort wird er vom Mafiaboss hofiert, von den Einheimischen bewundert und für ihn beginnt eine Odyssee. Die Liebe zu einer Kommunistin der damaligen DDR treibt ihn über Afrika nach Ost-Berlin und von dort wieder in die Schweiz, immer auf der Suche nach sich selbst. - Der bekannte Schweizer Autor Thomas Hürlimann versteht es in seinem neuesten Roman, den Leser auf die mythische Reise des verlorenen Sohnes zu seiner Herkunft mitzunehmen und die existenzielle Frage nach dem Überleben zu stellen. Heinrich Übels erlebte Wirklichkeit passt nicht mehr zu seinem Selbstbild und seine Erinnerungen kehren nur schemenhaft zurück. In absurden Abenteuern und satirischen Einschüben wird der Leser auf eine rasante Jagd nach der eigenen Identität mitgenommen. Lesern, die einen mit Sprachwitz und Satire versehenen Roman mögen, sehr zu empfehlen.

Elisabeth Kemper

Elisabeth Kemper

rezensiert für den Borromäusverein.

Heimkehr

Heimkehr

Thomas Hürlimann
Fischer (2018)

521 S.
fest geb.

MedienNr.: 594629
ISBN 978-3-10-031557-1
9783100315571
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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