Neun Monate

Als die Mutter von Roswitha Quadflieg dement wird, muss sie aus ihrem Appartement in einer Senioren-Residenz in ein Pflegeheim umziehen. Als "Frau Anders" richtet es sich die Mutter dort ein, driftet langsam in die eigene Neun Monate Welt ab, befasst sich in helleren Momenten aber auch mit Themen wie dem eigenen Tod und der Frage, wem sie was vererben will. Es entwickelt sich eine ungleiche aber auch nahe Beziehung zwischen Mutter und Tochter, getragen von Angst, Hoffnung und Abschiednehmen. Neun Monate dauerte es, bis die Mutter starb, "zu Gott einging", wie sie sagte. In dieser Zeit pendelt Quadflieg zwischen ihrer Heimat Freiburg und Hamburg, wo ihre Mutter lebt, sitzt an ihrem Bett, hört ihr zu und macht sich Notizen. - Den fortschreitenden Abbau beschreibt Quadflieg authentisch. Die Mutter wird dabei nie bloßgestellt, sondern behält auch mit zunehmenden Eigenarten ihre Würde. In die Erzählung werden immer wieder Szenen aus der Vergangenheit, Tagebuchnotizen oder kleine Dialoge eingestreut. Das Buch wird besonders für Angehörige von Demenzkranken hilfreich sein und sei es nur, dass es ihnen das Gefühl gibt, mit den eigenen Erlebnissen nicht allein zu sein. Sehr empfehlenswert!

Nicole Schuster

Nicole Schuster

rezensiert für den Borromäusverein.

Neun Monate

Neun Monate

Roswitha Quadflieg
Aufbau (2014)

159 S.
fest geb.

MedienNr.: 407747
ISBN 978-3-351-03414-6
9783351034146
ca. 17,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Na, Fa
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