Die Schönheitskönigin von Jerusalem

"Ich, Gabriela, verschwand für Stunden, und meine Mutter, die mich bei den Großeltern wähnte, suchte mich nie. Kam ich dann mit feuchter Erde an den Kleidern und einer verdatterten Schildkröte in der Hand heim, fixierte sie Die Schönheitskönigin von Jerusalem mich mit ihren grünen Augen und zischte in einem Flüsterton, der wie eine Ohrfeige klang: 'Merkwürdigste aller Kreaturen. Wie nur? Wie konnte ich so ein Mädchen wie dich bekommen?'" Gabriela entspricht leider überhaupt nicht Luna Ermozas Bild von einer perfekten Tochter. Sie dagegen ist eine wunderschöne, adrette Frau. Sie legt so viel Wert auf ihr Äußeres, dass ihre Mutter Rosa sie als Schönheitskönigin von Jerusalem bezeichnet. Doch das ist weniger schmeichelhaft als gering schätzend gemeint. Schon Rosa konnte keine zärtlichen Gefühle für Luna entwickeln. Wie sollte Luna also dazu imstande sein, Gabriela liebevolle Emotionen entgegenzubringen? Ihr Leben ist reine Fassade, doch die bröckelt massiv. Während das Delikatessengeschäft Rafael Ermoza & Söhne floriert, scheint auf den Frauen der Familie ein Fluch zu legen, der ihnen das Glück in der Liebe verwehrt und sie verbittern lässt. - Ein fantastischer Schicksalsroman, der es bereits mit der ersten Zeile schafft, den Leser zu bannen und in die Jerusalemer Lebenswelt eintauchen lässt. Bewegend, berauschend, brillant. Sehr zu empfehlen. (Übers.: Ruth Achlama)

Sonja Hochhausen

Sonja Hochhausen

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Schönheitskönigin von Jerusalem

Die Schönheitskönigin von Jerusalem

Sarit Yishai-Levi
Aufbau-Verl. (2016)

617 S.
fest geb.

MedienNr.: 584030
ISBN 978-3-351-03631-7
9783351036317
ca. 22,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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