Das Globalisierungsparadox

Das Buch des Harvard-Ökonomen wird als "die neue Bibel der Globalisierungskritik" beworben. Doch hält der Inhalt, was die Verpackung vorgibt? Rodrik fokussiert sich bei seiner Analyse auf den Begriff der Globalisierung, Das Globalisierungsparadox seine historische Bedeutung und Entwicklung, seine zeitgenössische Realität und seine mögliche Zukunft. Dabei legt er eine sprachgewandte, kenntnisreiche und wegweisende Bestandsaufnahme des Begriffs vor. Doch wirklich Neues hat der Autor nicht zu bieten. Warum dann aber dieses Buch? Es ist der Blick eines Insiders, der selbst bei den großen internationalen und multilateralen Wirtschaftsorganisationen lange mit am großen Rad gedreht hat. Jemand, der sich als systemimmanenter Kritiker von den Auswüchsen seiner Zunft distanziert und einen Neuanfang fordert. Dieser analytische Teil in Rodricks Buch ist glaubhaft und stark. Wirkliche allgemeingültige und neue Vorschläge zur Demokratisierung der Weltwirtschaft, zur Rückgewinnung des Primats des politischen Handels entwickelt er jedoch nicht. Es gelingt ihm nicht Vorschläge zu unterbreiten, die sich auf Augenhöhe mit der Lebenswirklichkeit verarmter Menschen bewegen. - Rodriks Buch ist weit davon entfernt, eine "Bibel der Globalisierungskritik" zu sein. Es ist aber eine neu vertonte, gut gesungene Version eines alten Psalms.

Karsten Steil-Wilke

Karsten Steil-Wilke

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Globalisierungsparadox

Das Globalisierungsparadox

Dani Rodrik
Beck (2011)

415 S.
fest geb.

MedienNr.: 568755
ISBN 978-3-406-61351-7
9783406613517
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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