Wie wir wurden, was wir sind

Der international renommierte Historiker legt mit diesem Buch eine kompakte Zusammenschau der Schlüsselereignisse der deutschen Geschichte vor. Dabei versucht er die Frage zu beantworten, wie stark die deutsche Gesellschaft auch heute Wie wir wurden, was wir sind noch in ihrem Denken und Handeln von der Vergangenheit geprägt ist. Seine Ausführungen beginnt er in der Zeit des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa (1155-1190) und lässt sie mit einer kurzen Stellungnahme zur Corona-Krise ausklingen. In seiner Aufschlüsselung der Rolle Deutschlands geht er von drei fundamental prägenden Grundtatsachen aus, dem "Reichsmythos", d.h. dem "Sacrum Imperium" mit seinem göttlichen Auftrag, der Glaubensspaltung im 16. Jh. mit ihren verheerenden kriegerischen Auseinandersetzungen und den daraus resultierenden religiös-kulturellen Entwicklungen (cuius regio eius religio) sowie dem Kampf zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft, der letztlich zur kleindeutschen Lösung (ohne Österreich) führte. Wiederholt hebt er die fortschrittliche Einstellung Preußens hervor, wogegen er die eigenständige Entwicklung in den deutschen Klein- und Mittelstaaten, die heute noch im föderalen Charakter der BRD fortleben, kaum berücksichtigt. In seiner Darlegung deutscher Irr- und Sonderwege (u.a. Revolution von 1918, Weimarer Verfassung, Nationalsozialismus, Holocaust) wirft er auch die Frage auf, ob sich Deutschland in internationalen Verbindungen (z.B. EU, Nato) nicht wieder auf einem Sonderweg befindet. - Das Buch enthält - bis auf die Corona-Stellungnahme - allerdings keine neuen Einblicke; der Autor verweist selbst auf seine ausführlichen Werke. Wo diese nicht vorhanden sind, ist das Buch aber zu empfehlen!

Wie wir wurden, was wir sind

Wie wir wurden, was wir sind

Heinrich August Winkler
C.H.Beck (2020)

254 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 959314
ISBN 978-3-406-75651-1
9783406756511
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
Diesen Titel bei der ekz kaufen.
Titel der Ausgabe:
Auszeichnung: