Wenn die Welt unsere wäre
Werwolf Harald (1945), IM Jenny (1988) und Poetry Slamer Nadiem (2024) werden in den historischen und kulturellen Umbruchzeiten ihrer Jugend vor gravierende Herausforderungen gestellt: Harald soll mit einem britischen Jugendoffizier Demokratie lernen
und anwenden, Jenny entdeckt in der von ihr beobachteten Pfarrerstochter Nicole ihre große Liebe und Nadiem muss aus seiner selbstgewählten Opferrolle als integrierter Flüchtling in die Offensive für sein neues Heimatland Deutschland. Alle drei Jugendlichen finden auf ihren harten und schwierigen Entwicklungswegen wache Jugendliche und Erwachsene, die sie stützen und begleiten. Und diese lassen vor allem eines nicht zu: Weglaufen, Gewalt, Intransparenz. Um den echten und vermeintlichen Bedrohungen falscher Autoritäten von links und rechts entgegenzutreten, wird toxische Männlichkeit oder Rückzug in die Schmollecke nicht akzeptiert. Gemeinsam mit ihren Nächsten treten alle Jugendliche gemeinsam gegen Hass und Hetze auf, behalten mit Fantasie und Vertrauen die Oberhand. – Die drei Welten von heute, gestern und vorgestern trägt Christian Linker in einem packenden Collagenroman mit viel historischer Kenntnis und hohem menschlichen Einfühlungsvermögen zusammen. Besonders fasziniert, wie er die alle betreffenden Bedrohungen spannend bis zum Schluss auch familiengeschichtlich zusammenführt. Für alle Bestände.
Rolf Pitsch
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wenn die Welt unsere wäre
Christian Linker
dtv (2025)
350 Seiten
kt.