Fische sind scheiße

Ein empathisches Kinderbuch, in dessen Zentrum zwei Freundschaften stehen: Der elfjährige Till liebt seinen Hund Flocke, der ihm Struktur und Halt im Leben als Halbwaise mit drogenabhängigem Vater gibt. Nachdem aber der Vater wegen Überdosis ins Fische sind scheiße Krankenhaus muss, muss Till Flocke ins Tierheim geben, findet aber im Wohnheim einen gleichaltrigen Freund, Pawel, dessen Vergangenheit brutaler ist als Tills. Beim Lesen ist zu spüren, dass der Autor sich mit dem Leben im Heim auseinandergesetzt hat: Was Erwachsenen unerträglich scheint, wird aus Kinderperspektive geschildert, bleibt ernst, aber der Ton lässt Witze zu. Das ist nicht unwichtig, denn so kann altersgerecht vorgeführt werden, wie wichtig es ist, über traumatische Erfahrungen zu reden (oder zu schreiben). Was dürfen Erwachsene und welche sind geeignete Vertrauenspersonen – das wird vermittelt, auch wenn Till und Pawel es viel zu weit treiben. Sie hauen aus dem Heim ab und reisen illegal in die Niederlande, und das alles nur, um Flocke von seiner neuen Adoptivfamilie im Urlaub zu entführen. Dabei passieren viele Abenteuer, letztendlich aber müssen Pawel und Till die Konsequenzen tragen und lernen so ganz nebenbei, wo sie Hilfe finden können. – Ein Buch für Jungen von 9 bis 12 Jahren, das Mut macht, auch schwierige Situationen zu meistern und verdeckt echte Tipps zum Finden von Hilfe gibt.

Janina Dillig

Janina Dillig

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Fische sind scheiße

Fische sind scheiße

Christian Linker
dtv (2026)

234 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624267
ISBN 978-3-423-76629-6
9783423766296
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 9
Systematik: K
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