Bluthaus

Die junge Polizistin Frida Paulsen hat sich nach einem Einsatz, den sie nur knapp überlebt hat, vom Dienst freistellen lassen und verbringt ruhige Tage auf dem Apfelhof ihrer Eltern. Doch mit der Erholung ist es vorbei, als sie einen Bluthaus unerwarteten Besuch ihrer Schulkameradin Johanna erhält, die als Privatdetektivin arbeitet, kurz danach unter Mordverdacht gerät und nach einem ersten Verhör spurlos verschwindet. Das Opfer ist eine ehemalige LKA-Beamtin, die im Zeugenschutz tätig war, bis einer ihrer Einsätze gründlich schiefging und die ihr anvertraute Familie ums Leben kam. Als Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn erfährt, dass Frida mit der möglichen Täterin befreundet war, bindet er die junge Kollegin in seine Ermittlungen ein. Auf eigene Faust verfolgt Frida Johannas Spuren bis auf die Insel Holnis, auf der das "Bluthaus" steht, in dem vor 20 Jahren die Morde geschahen. Parallel dazu ermittelt Haverkorn in den Akten und bei den Kollegen des Landeskriminalamtes, so dass sie sich von zwei Seiten der Lösung dieses "cold case" annähern. Die Arbeitsweisen des erfahrenen, besonnenen Kriminalisten und seiner jungen, engagierten Kollegin befruchten sich gegenseitig, und ähnlich wie im ersten Teil ("Totenweg": BP/mp 18/369) baut Romy Fölck die Spannung behutsam und unwiderstehlich bis zum dramatischen Schlussakt auf. Obwohl fest in Schleswig-Holstein verankert, lässt sich die "Elbmarsch-Serie" nicht in die Regional-Krimi-Schublade pressen, sondern befördert Romy Fölck direkt in die este Liga deutscher Krimi-Autorinnen, in der auch Nele Neuhaus und Elisabeth Herrmann spielen. Allen Büchereien zu empfehlen.

Susanne Steufmehl

Susanne Steufmehl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Bluthaus

Bluthaus

Romy Fölck
Lübbe (2018)

Elbmarsch-Krimi ; 2
317 S.
fest geb.

MedienNr.: 894855
ISBN 978-3-431-04111-8
9783431041118
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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