König, Krim & Kasatschok

1993 kam der damals 10-jährige Nikita mit seinen Eltern aus seiner Heimatstadt im Ural ins Ruhrgebiet. Während er sich in Deutschland schnell zurechtfand und später nach Berlin ging, um dort als Journalist zu arbeiten, gelang es König, Krim & Kasatschok seinen Eltern nicht, sich zu integrieren. Der Vater ging in die innere Immigration und sah nur noch russische Fernsehsendungen, in denen die russischen Verhältnisse positiv geschildert wurden. Um seinen Vater zu verstehen und auch, um sein Heimatland kennenzulernen, begibt sich der Autor im Jahr 2016, nach der Annektierung der Krim auf eine Spurensuche, die ihn von der Ukraine über Moskau bis nach Sibirien führt. Er berichtet in diesem Buch u.a. über seine Begegnungen mit Verwandten, die er lange nicht gesehen hat und die ihm z.T. Einblicke in das schwierig gewordene Leben unter Putin geben. Es wundert ihn, dass der Westen zwar kritisiert wird, viele russische Städte und auch Menschen sich jedoch am Westen orientieren. Gleichzeitig erzählt er auch die Geschichte seiner Familie, vor allem die Probleme der Familie seiner deutschstämmigen Mutter. - Dieses Buch vermittelt einen sehr intensiven, persönlichen Einblick in das Leben im heutigen Russland und ist für alle Bestände sehr zu empfehlen.

Julia Massenkeil-Kühn

Julia Massenkeil-Kühn

rezensiert für den Borromäusverein.

König, Krim & Kasatschok

König, Krim & Kasatschok

Nikita Afanasjew
btb (2018)

249 S.
kt.

MedienNr.: 593899
ISBN 978-3-442-75751-0
9783442757510
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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