Beethoven

Der profilierte Musikhistoriker Matthias Henke verfasst seinen Beitrag zum Beethoven-Jahr als kaleidoskopisch aufgebaute Biografie, in der das Leben des Komponisten nicht in einem Zug erzählt und sein Schaffen nicht nach Entwicklungs- Beethoven und Bedeutungsgehalt gewichtet ist. Das Bild des Komponisten entsteht, wie der Untertitel anzeigt, als "Akkord" aus vielen Kapiteln, die teils essayistisch, teils biografisch erzählend Persönlichkeit und Lebensumstände in gut lesbarer Form darstellen. Dass Henke die biografische Entwicklung in fünf Schritte teilt (darin folgt er J. Caeyers Biografie (in diesem Heft)), verleiht dem Buch eine Grundstruktur in einer sonst eher losen Folge von Betrachtungen etwa zum Verhältnis zu Musikverlegern, zu Adel und der Rezeptionsgeschichte Beethovens in Film, Werbung und Videospiel. Unter den Werken werden auch kleinere, wie das Trio op.1 oder die Kantate zum Tod Joseph II. eingehend behandelt, während von den Hauptwerken nur (entstehungsgeschichtlich) der Fidelio und die Missa Solemnis breiteren Raum einnehmen. Eine Gewichtung von kammermusikalischer und symphonischer Bedeutung Beethovens findet nicht statt. - Das Spielerische, gepaart mit profunder Kenntnis von Musikgeschichte und Person Beethovens machen das Buch reizvoll. Unter der Fülle der Beethoven-Biografien des Jubiläumsjahres ist der Beitrag Henkes lesenswert, wenn auch nicht gänzlich erschöpfend, weil es ihm an gedrängter Darstellung musikhistorischer Eigenart und biografischer Geschlossenheit mangelt. Empfohlen für alle Bestände, die zum Beethoven-Jahr die Leser an den Klassiker heranführen wollen.

Helmut Krebs

Helmut Krebs

rezensiert für den Borromäusverein.

Beethoven

Beethoven

Matthias Henke
Carl Hanser Verlag (2020)

430 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 600591
ISBN 978-3-446-26578-3
9783446265783
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Mu
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