Die Transgender-Frage
Die Aktivistin in der LGBTQ+-Community will in der aufgeheizten Debatte deutlich machen, wie schwer es trans Personen (zwischen 0,4 und 1 % der Bevölkerung) haben. Bei der Lektüre ist hilfreich, dass Begriffe (Sammel- und Oberbegriffe) gleich zu
Anfang geklärt werden. Faye geht es nicht um Trans-Rechte oder Gleichberechtigung, sondern umfassender um „Befreiung“ und „Gerechtigkeit“, von der alle Menschen profitieren. Sie kritisiert unsere Welt als kapitalistisch und patriarchalisch, wo Menschen ausgebeutet und erniedrigt werden. Medien würden die Transgenderfrage oft verzerren, verdrehen, Einzelfälle skandalisieren, was manchmal eine fatale Wirkung hat. Die „wahren“ Probleme zeigt die Autorin glasklar: Vorurteile, Mobbing, Diskriminierung in der Schule, am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen und im Sozialsystem, Zurückweisung durch die eigene Familie oder das gesellschaftliche Umfeld. Fallbeispiele, Statistiken und Analysen machen das Buch wirklich lesenswert. Es passt gut in unsere Zeit, wo Gott sei Dank immer offener über all die früher sehr verschwiegenen Themen gesprochen und aufgeklärt wird. Hierzu liefert das Buch eine grundlegende Bestandsaufnahme zum Thema Transgender.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.

Die Transgender-Frage
Shon Faye ; aus dem Englischen von Jayrôme C. Robinet und [einer weiteren]
hanserblau (2022)
335 Seiten
fest geb.