Wie war’s heute?
Eike wird von seinem Papa vom Kindergarten abgeholt. Wie jeden Tag fragt Papa: Na, wie wars heute? Eike weiß wie jeden Tag nicht so richtig, was er sagen soll. War es blöd, war es gut? Da es immer von allem etwas ist, fällt ihm die Antwort schwer.
Als er vor dem Essen noch spielen darf, sieht er aus dem Fenster und sieht ein wippendes Blatt im Ahornbaum vor seinem Zimmer. Er hüpft raus in den Garten und hört das Blatt mit ihm flüstern. Im Garten sieht Eike sich plötzlich in Situationen versetzt, die ihn an Ereignisse im Kindergarten erinnern. Als eine Amsel schimpfend auf dem Ahorn landet und über das Eichhörnchen lästert, weil es sie bei der Würmersuche stört, denkt Eike an Alex und Mark von den Vorschulkindern, die die Rutsche erobert haben und alle anderen verjagt haben. Als die Amsel anfängt, ein Lied zu zwitschern, fühlt sich Eike an Daniela erinnert, die ihnen im Stuhlkreis ein neues Lied beigebracht hat. Als die Ameisen in einen dunklen Irrgarten verschwinden, muss Eike daran denken, dass er überlegt hat, im Turnraum in den dunklen Kastentunnel zu kriechen. Aber heute war er noch nicht so mutig. Trotzdem hat er von Ella ein Herz aus Knete geschenkt bekommen. Als Eike so im Garten auf der Schaukel sitzt und sich umsieht, kann er alles, was im Kindergarten passiert ist, sortieren und einordnen. Alles ist gut, so wie es heute war! Das muss er jetzt aber schleunigst Papa erzählen. – Die Idee der Autorin ist sehr beeindruckend und wunderbar erzählt. Alle Eltern kennen vermutlich die einsilbige Antwort: "Gut!", auf die Frage, wie es im Kindergarten war. Hier ist ein Ansatz zur Erklärung, warum viele Kinder oft nicht gleich mehr erzählen. Die Kinder müssen verarbeiten, einordnen, nacherleben, bevor das Erlebte bewertet und davon erzählt werden kann. Susanne Straßer illustriert die schöne Geschichte zum hautnah Miterleben und trifft die Emotionen von Eike und anderen Figuren meisterhaft. – Unbedingt empfehlenswert!
Sonja Gast
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wie war’s heute?
Nikola Huppertz ; Susanne Straßer
Hanser (2025)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4