Von allen Seiten

Der fünfzehnjährige Ben und sein wenig älterer Bruder Rikki werden von ihren Eltern, dem geizigen, hartherzigen Vater und der psychotischen Mutter, schäbig behandelt. Die Söhne flüchten sich in Tagträumereien beim Benzinschnüffeln. Von allen Seiten Sie wollen nach Stavanger zu ihrem Onkel Rudi, der mit der Familie im Streit liegt. Da Rudi kriminell ist, wollen sie sich durch einen Überfall Geld beschaffen und damit bei Rudi Eindruck machen. Rudi und seine Clique erwärmen sich schließlich für das Vorhaben und mit diversen Beteiligten aus der Halbwelt wird der Raub geplant. Da aber so ziemlich alle Mitglieder des außergewöhnlichen Haufens mit irgendwelchen seelischen Defekten behaftet sind, geht das Vorhaben nicht ganz so vonstatten wie beabsichtigt. - Alle Protagonisten sind mehr oder minder wunderlich, kriminell und teilweise geistig gestört. Auf mehr als 500 Seiten werden die Personen, das Milieu, die Absonderlichkeiten der Abläufe geschildert. Die Sprache in den umfangreichen Dialogen ist fast durchgängig vulgär, abstoßend. Und immer wieder englische und norwegische Einsprengsel, die oft nicht übersetzt sind, machen die Lektüre nicht eingängiger. Trotzdem ist die Geschichte auf eine gewisse Weise faszinierend. Offensichtlich ist der Roman auch als Fortsetzung von "Wir sehen uns morgen" (BP/mp 17/697) gedacht. Dass auch dieser Roman nicht abgeschlossen wirkt, könnte auf eine Weiterführung der Geschichte um die Brüder Ben und Rikki deuten. (Übers.: Elke Ranzinger)

Erwin Wieser

Erwin Wieser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Von allen Seiten

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Tore Renberg
Heyne Encore (2019)

541 S.
fest geb.

MedienNr.: 912513
ISBN 978-3-453-27145-6
9783453271456
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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