Meine Gedanken fliegen wie Schmetterlinge

Eveleen Valadon, eine Französin mit britisch-irischen Wurzeln, hat studiert, eine Pariser Presseagentur geleitet, als Englischlehrerin gearbeitet und sich einen Namen als Malerin gemacht. Sie ist geschieden und Mutter dreier Kinder. Meine Gedanken fliegen wie Schmetterlinge Immer aktiv hat sie ein intellektuell, künstlerisch und privat erfülltes Leben gehabt. Im Alter von 75 Jahren stellt die Diagnose Alzheimer eine dramatische Wende in ihrem Leben dar. Nach langer Geheimhaltung aus Angst vor Diskriminierung erzählt sie der Journalistin Jacqueline Remy von ihren Erfahrungen mit nachlassendem Kurzzeitgedächtnis und Gedanken, die wie Schmetterlinge in ihrem Kopf herumschwirren. Die Krankheit erlebt sie als äußerste Bedrohung. Der Leser erfährt von den sich wie in einer Abwärtsspirale stetig verschlimmernden Symptomen, der äußersten Bedrohung durch geistiges und körperliches Versagen im Alltag, aber auch von dem bewundernswerten Mut, den Feind wahrzunehmen und einen kräftezehrenden Kampf für ein autonomes Leben zu führen. Es breiten sich Angst, Misstrauen, Verwirrung, Desorientiertheit, Müdigkeit und Depression aus. Schließlich empfindet Frau Valadon ihren Zustand als Sog in eine düstere Nebelspirale. Die Selbsterkenntnis des Verfalles der Persönlichkeit, Verlustes von Talenten und Fähigkeiten wird als Folter empfunden. Die Autorin mahnt Angehörige im Umgang mit Kranken, Respekt, Liebe und Geduld nicht zu verlieren. In einem Nachwort beschreibt die Neurologin und Geriaterin Dr. Lisette Volpe-Gillot Morbus Alzheimer aus medizinischer Sicht. - Ein wertvolles Buch, für alle Bestände empfohlen!

Gudrun Schüler

Gudrun Schüler

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Meine Gedanken fliegen wie Schmetterlinge

Meine Gedanken fliegen wie Schmetterlinge

Eveleen Valadon ; Jacqueline Remy
Diana (2018)

175 S.
kt.

MedienNr.: 897022
ISBN 978-3-453-28547-7
9783453285477
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi, Na
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