Sieh mich an

Katharina ist Mutter eines Vorzeigesohnes und einer Tochter, die alle Nerven beansprucht. Ihr Mann und Vater der Kinder lebt und arbeitet unter der Woche in Berlin, und so kann immer wieder verdrängt werden, dass sich Spannungen nicht Sieh mich an mehr so leicht beheben lassen. Die Geschichte, die Mareike Krügel erzählt, erhält ihre Spannung durch die Ausnahmesituation, in der Katharina sich befindet, seit sie die Diagnose erhalten hat, in ihrer Brust einen bösartigen Tumor zu tragen und sich niemandem mitteilt. Mit diesem Wissen schaut nun die Protagonistin und mit ihr der Leser durch die Brille des Wesentlichen auf das Dasein, das sich nur durch die Unkenntnis ihrer Umwelt ihr gegenüber so aufreibend gestalten kann. Da gibt es eine Schwester, deren Sorgen Katharina auffangen soll, das schwierige Kind, das exaltiert liebenswerte Männerpaar in der Nachbarschaft und eine verpatzte Karriere als Musikerin. Nicht ohne Unterhaltungswert nehmen Katharinas turbulente Tage ihren Lauf. Dabei gestatten Rückblenden einen Einblick in ihre Biographie und die Gegenwart die Möglichkeit einer Bestandsaufnahme. In die Ecke gedrängt entscheidet sich Katharina, dem Wichtigen in ihrem Leben noch Geltung zu geben, bevor es ihr aus den Fingern rinnt. - Die Autorin blickt mitten ins Leben und schreibt aus diesem Blickwinkel. Gerade deshalb trifft man so viel Altbekanntes wieder und wird angeregt, gerade dieses unter dem Aspekt der Vergänglichkeit zu betrachten. Gut zu lesen und empfehlenswert.

Christine Vornehm

Christine Vornehm

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Sieh mich an

Sieh mich an

Mareike Krügel
Piper (2017)

254 S.
fest geb.

MedienNr.: 859980
ISBN 978-3-492-05855-1
9783492058551
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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