Waldes Dunkel

Jules Epstein, ein schwerreicher jüdischer New Yorker, beschließt, eine Stiftung eingedenk seiner verstorbenen Eltern ins Leben zu rufen. Zudem verschenkt er seit der Schließung seiner Anwaltskanzlei langjährige Besitztümer wie wertvolle Ölgemälde Waldes Dunkel aus seinem Privatbesitz, weil er sich des Materiellen entledigen will. Schuld daran sind nicht nur der Ruhestand, der Tod seiner Eltern und die späte Trennung von seiner Ehefrau, sondern auch ein Buch, das ihm seine jüngste Tochter Maya zum letzten Geburtstag geschenkt hat. Als er zur Versammlung jüdischer Geschäftsmänner nach Tel Aviv fliegt, lernt er zudem den geheimnisvollen Rabbi Menachem Klausner kennen, der ihn nach einem weiteren Treffen zu einem Aufenthalt in seinem Kibbuz einlädt. Während Epstein anfangs noch skeptisch gegenüber den Bewohnern des Kibbuz und ihrer Lebenshaltung ist, vollzieht sich nach und nach ein innerer Wandel. Zum gleichen Zeitpunkt treibt es auch die preisgekrönte New Yorker Autorin Nicole nach Tel Aviv. Nach einem spirituellen Erlebnis verlässt auch sie ihr altes Leben und bricht spontan nach Tel Aviv auf, wo sie im Hilton Hotel unterkommt. Sie trifft dort einen verrückt anmutenden, angeblich emeritierten Literaturprofessor, Eliezer Friedman, der behauptet, Kafka wäre nach seinem Scheintod im Lungensanatorium Prags eigentlich nach Israel geflohen. Doch nicht nur Geschichten hat er auf Lager: Auf Nicole wartet ein rätselhafter Auftrag, der sie bis in die Wüste führt ... - Ein spannender Roman, dessen Handlungsfäden nicht einmal am Ende zusammenlaufen, der aber zu tiefgründigen Reflexionen über Lebenshaltungen und Überzeugungen einlädt. Zu empfehlen. (Übers.: Grete Osterwald)

Clara Schott

Clara Schott

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Waldes Dunkel

Waldes Dunkel

Nicole Krauss
Rowohlt (2018)

377 S.
fest geb.

MedienNr.: 882068
ISBN 978-3-498-03576-1
9783498035761
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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