Wo wir waren

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 betritt Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Der kleine Hardy Rohn flieht in dieser Nacht aus dem Kinderheim, in dem er gequält und drangsaliert wird. Seine Mutter, Martha Zimmermann, Wo wir waren von der er nichts weiß, flieht aus dem Gefängnis, in dem sie wegen Mordes einsitzt, während sein ebenfalls unbekannter Vater Jim, ein US-Soldat, sich durch den vietnamesischen Dschungel schlägt. Der kleine Hardy weiß nichts von seinen Eltern, weiß nicht einmal, ob sie noch leben. Man greift ihn auf und bringt ihn zurück ins Heim. Bald darauf wird er von einem Ehepaar aufgenommen und adoptiert. Er träumt davon, Astronaut zu werden. Der Roman spannt einen Bogen über ein ganzes Jahrhundert, trifft auf Menschen und Schicksale, springt hin und her in der Zeit und der Welt und verweist auf Zusammenhänge und die Tragik der Geschehnisse. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, die eindrücklich schildert, wozu Menschen bereit sind und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Zugleich ist es ein Stück Weltgeschichte, vor deren Spiegel sich das Leben der Akteure entwickelt und sich in sie einfügt und, anders als die Akteure selbst, weiß der Leser: eigentlich hat alles schon viel früher angefangen. Anspruchsvollen Leser/-innen empfohlen.

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Wo wir waren

Wo wir waren

Norbert Zähringer
Rowohlt (2019)

508 S.
fest geb.

MedienNr.: 597462
ISBN 978-3-498-07669-6
9783498076696
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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