Pandolfo

Warum der reiche und weitgereiste Mailänder Kaufmann und Seidenhändler Benedetto Bellapianta den jungen Pandolfo, der halbtot, mit eingeschlagenem Schädel in der Gosse liegt, zu sich nimmt, ihn gesundpflegt und fast wie einen Sohn Pandolfo behandelt, bleibt fast bis zum Ende dieses opulenten, spannend erzählten Historienromans unbeantwortet. Auch die Herkunft Pandolfos, der bei der Attacke zeitweise das Gedächtnis verloren hat und sich nur mühsam und stückweise an sein dubioses Vorleben erinnert, bleibt lange Zeit im Dunklen. Neben diesen persönlichen Schicksalen, die abwechselnd aus Pandolfos Sicht und aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers berichtet werden, wird der Leser auf höchst unterhaltsame Weise mit der Welt des ausgehenden Mittelalters bekannt gemacht. Die Schilderung der Handelsreisen Benedettos sind vielleicht ein wenig zu breit ausgefallen, aber der in satten Farben nuancenreich erzählte Roman ist ansonsten zielstrebig und klug konzipiert, bis in die Einzelheiten solide recherchiert und somit in jeder Hinsicht zu empfehlen!

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Pandolfo

Pandolfo

Michael Römling
Rowohlt Hundert Augen (2019)

539 S.
fest geb.

MedienNr.: 911577
ISBN 978-3-498-09356-3
9783498093563
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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