Ein Tag ist ein Jahr ist ein Leben

Jürgen Trimborn, der schon lesenswerte Biografien über andere Berühmtheiten (Leni Riefenstahl, Hildegard Knef, Romy Schneider, Rudi Carrell) vorgelegt hat, zeigt auch hier, dass er ein gewissenhafter, kenntnisreicher, verständiger Ein Tag ist ein Jahr ist ein Leben und sprachgewandter Autor ist. Diesmal steht der wohl größte, vielseitigste und produktivste deutsche Filmemacher der Nachkriegszeit im Mittelpunkt. Der Leser lernt R.W. Fassbinder von frühester, harter Kindheit an kennen, sein Interesse für Filme schon im Alter von fünf Jahren, seinen "schwierigen" Charakter, seine Homosexualität, zu der er sich schon als 14-Jähriger selbstbewusst und offen bekennt und die er im Laufe seines Lebens exzessiv ausleben wird. Das Exzessive ist überhaupt Kennzeichen für Fassbinder: als Raucher, Säufer und haltloser Drogenabhängiger und als das, wofür er berühmt und anerkannt ist, als leidenschaftlicher, rastloser, besessener, autoritärer, hochbegabter Filmemacher. In nur 13 Jahren hat er im Eiltempo, bis zu seiner immer furchtbarer werdenden Selbstzerstörung 40 Filme geschaffen, viele erfolgreiche, aber auch misslungene, oft mit denselben Schauspielern noch aus seiner Theaterzeit. - Ein lesenswertes, mitreißendes Buch, für alle größeren Büchereien.

Hardy Scharf

Hardy Scharf

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ein Tag ist ein Jahr ist ein Leben

Ein Tag ist ein Jahr ist ein Leben

Jürgen Trimborn
Propyläen (2012)

463, [16] S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 357297
ISBN 978-3-549-07426-8
9783549074268
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Mu
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